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Top Ten

Darf's etwas mehr sein?

11.08.2015 | Von Rüdiger Meyer, Fotos: Greenbrier Resort, Trump Golf

Die Regeln bei den Haute-Couture-Schauen in Paris sind simpel: Wer nach dem Preis fragt, kann sich den Fetzen garantiert nicht leisten. Dasselbe gilt auch für diese zehn Nobelwiesen. Wir präsentieren: die zehn höchsten Greenfees der Welt.

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Greenbrier

Old White TPC

Der vielleicht überraschendste Eintrag in der Liste der höchsten Greenfees beruft sich auf große Geschichte. 26 US-Präsidenten gaben sich in diesem Resort die Klinke in die Hand, ein unterirdischer Bunker sollte den US-Kongress vor einem Atomkrieg schützen. Doch der Lack ist ein wenig ab. Dem Hotel wurde der fünfte Stern entzogen und 2009 kreiste der Pleitegeier. Doch das hielt den neuen Besitzer Jim Justice nicht davon ab, für das klassische Design von C.B. Macdonald und Seth Raynor das TPC-Siegel zu besorgen und die Greenfee-Schraube anzuziehen.

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Pinehurst

No. 2

Wenn Pinehurst das amerikanische St. Andrews ist, ist #2 der Old Course. Von Bill Coore und Ben Crenshaw brillant in den Originalzustand zurückversetzt und von Martin Kaymer mit einem überragenden US-Open-Sieg veredelt, ist das Meisterwerk von Donald Ross ein absolutes Must-Play. Dafür muss man jedoch tief in die Tasche greifen. Wer nicht bis 24 Stunden vor Start zittern will, ob er aufteen darf, braucht ein Übernachtungspaket. Das lässt die Kreditkarte zwar qualmen, aber das Greenfee wird dabei günstiger.

08: Trump National – The Blue Monster
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Turnberry

The Ailsa

Gut möglich, dass man dieses Greenfee in einigen Jahren als Schnäppchen bezeichnet. Denn nachdem Donald Trump das Resort für 37,5 Millionen Pfund gekauft sowie intensive und interessante Renovierungspläne präsentiert hat (u. a. wird der Leuchtturm zum Halfway House), will der Milliardär seine Investition sicher wieder hereinholen. Wir wären nicht überrascht, sollte schon bald eine 3 beim Pfundpreis vorne stehen.

07: Trump National – The Blue Monster
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Trump National

The Blue Monster

In den letzten fünf Jahren haben sich die Preise in Doral nahezu vervierfacht. Ein Grund dafür heißt auch hier Donald Trump: 2012 kaufte er das bankrotte Resort, ließ Olympia-Designer Gil Hanse drauflos und zog noch die Preisschraube an. Im Sommer kann man - wie überall in Florida - natürlich günstiger spielen, muss dann aber mit über 40 C leben. Immerhin kann man sich nach der Runde neben dem Putting-Grün in einem der hässlichsten und mächtigsten Springbrunnen der westlichen Hemisphäre abkühlen.

06: Spyglass Hill – Golf Course
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Spyglass Hill

Golf Course

Der kleine Bruder von Pebble Beach ist so was wie der zweitheißeste Typ in der Disco. Man will eigentlich den Kerl mit dem Sixpack von der Tanzfläche nach Hause mitnehmen, aber wenn der schon vergeben ist, tut's auch ein Bierbauch, wenn man schon mal hier ist. Nein, Spyglass hat keinen Bierbauch, aber das Prinzip ist das Gleiche. Daher kann man sich solch ein Greenfee erlauben. Anders als auf Pebble Beach muss man aber nicht Resort-Gast sein. Zudem gibt es deutlich günstigere Twilight-Greenfees.

05: Whistling Straits – The Straits Course
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Whistling Straits

The Straits Course

Der Unterschied zwischen Martin Kaymer und unsereins? Er hat hier vier Runden gespielt und 1,35 Millionen Dollar bekommen. Wenn wir vier Runden spielen, sind wir 1.600 Euro los. Das 1998 erbaute Pete-Dye-Design ist eines der vielen Pseudo-Links, die in den letzten Jahren auch in den USA groß in Mode gekommen sind. Doch kein anderes hat eine solche Bilanz an hochkarätigen Turnieren: zwischen 2004 und 2020 drei PGA Championships und ein Ryder Cup.

04: Shadow Creek – Las Vegas
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Shadow Creek

Las Vegas

Wann sind 500 Dollar für eine Runde Golf ein Sonderangebot? Wenn sie früher 1.000 Dollar gekostet hat. Der für 43 Millionen Dollar erbaute Kunstplatz von Tom Fazio rühmte sich damit, die exklusivste Runde Golf der Welt zu sein, und konnte anfangs nur von geladenen Gästen des "Mirage"-Hotels wahrgenommen werden. Mittlerweile dürfen Gäste aller MGM Resorts gegen Gebühr den Schläger schwingen. Dafür gibt es aber auch exklusiven Service: Schläger, ein Caddie und ein Limousinen-Service zum Platz werden gestellt. Und der ist immer im Top-Zustand, weil keine 30 Leute am Tag spielen.

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The Wynn Golf Club

Las Vegas

Weil die erste Zusammenarbeit ein großer Erfolg war, ließ Kasino-Chef Steve Wynn den guten Tom Fazio gleich noch mal ans Werk. Er machte den Desert Inn Golf Course zum Wynn Golf Club. Dass man hier auch gleich mal 500 Dollar für die Runde aufruft, ist aber wohl eher ein Marketing-Trick als ein Zeichen für die Qualität des Platzes. Dessen größter Pluspunkt ist, dass er direkt auf dem Las Vegas Strip liegt.

02: Pebble Beach – Golf Links
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Pebble Beach

Golf Links

Der 17 Mile Drive zum Pebble Beach Golf Links zeigt, warum es so teuer ist: Hier haben sich die Reichen und Schönen ihr kleines Paradies erschaffen. Die meisten Runden spielen aber Ausländer, die den Platz im Fernsehen oder auf der PlayStation gesehen haben und nun die Löcher entlang des Pazifiks selber genießen wollen. Wer so viel Geld zahlt, will dies auch genießen: Sechs Stunden dauert die Runde meist. Das Greenfee ist übrigens nur die Spitze des Eisbergs: Um eine garantierte Startzeit zu bekommen, muss man im edlen und teuren Resort nächtigen.

01: Wentworth – West Course
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Wentworth

West Course

Wer auf die Insel zum Golfen fährt, hat viele Plätze im Sinn: den Old Course, Carnoustie, Kingsbarns, Castle Stuart. Doch auf den wenigsten Wunschzetteln findet sich wohl Wentworth West. Selbst im Großraum London sorgen Sunningdale und Walton Heath für mehr Herzklopfen. Warum also ist es hier so teuer? Vielleicht wegen der vielen Tee-Time-Ausfälle. Schließlich wird der Platz alle zwei Jahre von Ernie Els umgebaut, weil er bei der BMW PGA Championship regelmäßig ein Desaster ist.



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