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Die angenehmsten Orte der Welt

Hamburg Treudelberg

18.06.2015 | Von Johannes Oberlin

Im Norden Hamburgs versteckt sich direkt hinter dem Flughafen ein Golf-Resort mit 27 Löchern, die, ganz egal ob morgens um fünf oder abends um 21:30 Uhr, immer Spaß machen. Selbst wenn mehr Bälle im Rough als im Loch landen.

Mit Handicap 27 steckt man als Golfer grundsätzlich in der Krise. Man hat die goldene Mitte des blutigen Anfängertums erreicht. Wenn dann noch Training oder Talent fehlt, geht es weder nach unten noch nach oben. Es bleibt beim Hit and Hope, bei schlechten und guten Schlägen. Da ich mich selbst auf solch unkonstantem Niveau bewege, stellt sich die Frage nach einer Runde Golf natürlich nicht, schließlich kann man auch mit einem Handicap von jenseits der 20 nicht genug von Golf bekommen. Sich im durchaus realistischen Fall einer Katastrophenrunde aber möglicherweise von Slices und unsauber getroffenen Bällen die Stimmung eines ganzen Tages verderben zu lassen kommt nicht in Frage. Für mich fallen daher Anlagen mit mehr als einer Stunde Anfahrt durchs Raster, denn ich neige auf der Heimfahrt nach frustrierenden Golfrunden zur Aggression im Straßenverkehr und mein Punktekonto in Flensburg verkraftet solche Fahrten nicht mehr. Genau hier kommt der Golf & Country Club Hamburg-Treudelberg mit seinen stadtnahen dreimal neun Löchern ins Spiel! Die Anfahrt aus dem Hamburger Zentrum ist mit 30 Minuten im Stadtverkehr so sozialverträglich, dass der Doppelbogey-Blues kaum die Fahrerlaubnis in Gefahr bringen kann, im golferischen Erfolgsfall aber immer noch genügend Zeit für einen genüsslichen Sieger-Drink auf der schicken Clubhausterrasse bleibt. Neun Löcher habe ich hier samt Anreise schon in unter zwei Stunden absolviert und sass danach pünktlich um neun Uhr im Büro. Auch Trainings-Sessions nach Feierabend auf dem in Treudelberg grosszügig angelegten Pitch-&-Putt-Platz oder der Driving Range mit über 100 Abschlägen rechtfertigen die Fahrt hier raus jedes Mal.

Seit die Anlage 2008 von David Krause um neun Löcher erweitert wurde, sind an jedem Tag halbe Runden möglich. Gut, auch bei 18 Löchern konnte nur die Hälfte gespielt werden, jedoch schuf die Erweiterung vor sechs Jahren Abwechslung und Entlastung für Mitglieder und Greenfee-Gäste. Seither nämlich können mit dem A-, B-und C-Kurs 18- und Neunloch-Runden parallel angeboten werden. Damit kam man den Bedürfnissen der Feierabend-Golfer entgegen: kurze Anfahrt, halbe Runde, mehr Zeitersparnis. In Hamburg, wo es an den längsten Sommertagen bis nach 22 Uhr hell ist, kommt somit auch der überstundengeplagte Golfer noch auf eine laue Sommerabendrunde.

Die angenehmsten Orte der Welt: Relegationsspiele: Zweimal im Jahr sind Hamburger Golfplätze wie leer gefegt
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"Die halbe Runde, das ganze Vergnügen" also! Ein Grundsatz, den Alexander Freiherr von Spoercken, Vorstandsvorsitzender der Clubhaus AG, einst mit seinen Neunloch-Golfcity-Anlagen etablierte. Damit öffnete er das Spiel für jüngere Golfer, die nach der Arbeit noch ein paar Bahnen gehen wollen. Immer mehr Anlagen rüsten seitdem nach, um auch unter der Woche und bei Turnieren neun weitere Bahnen für Feierabend-Golfer frei zu halten.

Die kommen in Treudelberg besonders auf dem neuen C-Kurs auf ihre Kosten! Die neun Bahnen von David Krause sind - anders als die bewaldeten 18 des Hauptplatzes - weitestgehend offen, variantenreicher und vor allem sportlicher: Die Wege zu den nächsten Teeboxen sind lang, die Löcher aber fair und längenmäßig bunt gemischt. Gleich die erste Spielbahn (Par 4) ist schön kurz und begünstigt durch das Dogleg nach rechts leichte Slices. So kommt mit ein wenig Hoffnung und einem ordentlichen Auftakt auch der Handicap-27er zu einem guten Rundenstart und neuem Mut!

Trotz kurzer Anfahrt spielt man auf dem C-Kurs mitten in der Natur. Ohne Straßenlärm, höchstens mal in Begleitung von ein paar Joggern oder Hundegängern. Ab und an mal ein auf dem Hamburger Flughafen landender Airbus, aber das gehört dazu zum Hamburger City-Golf. Das Gleiche gilt übrigens für den älteren Hauptplatz des Clubs, wenn man doch mal wieder Lust und Zeit hat für eine volle Runde. Ein Kurs mit vielem neuen Baumbestand sowie Wasserhindernissen und Bunkern, die öfter ins Spiel kommen, als man denken mag. Früh am Morgen gestartet erlebt man hier Rehe und Greifvögel hautnah.

Wer das Ganze richtig sportlich angehen möchte, bunkert sein Bag nach der Runde in einem der im Club mietbaren Spinds. So kann er für die nächsten neun Löcher vom Hamburger Zentrum mit dem Fahrrad anreisen, was etwa 45 bis 60 Minuten dauert. So lässt sich Golf mit einer Extraportion Cardio verknüpfen. Oder man nutzt gleich das Fitness-Studio des direkt an den Golfclub angebundenen "Steigenberger"-Hotels Treudelberg. Als Übernachtungsgast steht dir zusätzlich die Nutzung des Country Club mit Schwimmbad, Saunen und Fitness-Center zur Verfügung. Danach eine erholsame Nacht in einem der 225 luxuriösen Zimmer - und auch die volle Runde kann dir in Zukunft nichts mehr anhaben.

Golfplätze in der Region

GOLF & COUNTRY CLUB Hamburg-Treudelberg

GOLF & COUNTRY CLUB Hamburg-Treudelberg

A-, B- & C-Kurs
9 Löcher, Par 36
3.030 m (A), 3.039 m (B) & 2.785 m (C)

Adresse
Lemsahler Landstrasse 45
D-22397 Hamburg-Lemsahl
Tel. 040.608.22.88.77
www.treudelberg.com

Greenfee
18 Loch / 9 Loch
60 Euro / 35 Euro (werktags)
80 Euro / 50 Euro (Wochenende)

A- und B-Kurs
Hier ganz wichtig: Auf dem Donald-Steele-Design von 1992 gilt es, den Ball im Spiel zu halten. Im hohen Rough verschwinden hier Abschläge schnell auf Nimmerwiedersehen - auch solche, die zunächst gar nicht so schlecht aussahen. Ansonsten erschweren auf dem A-Kurs Wasser, Biotope und Bunker das Spiel. Wer sich beherrscht, scort!

Killerloch
Direkt die A1: Handicap 2, weil schmal und oft gegen den Wind. Leicht rechts im Rough wird der zweite Schlag aufs Grün eng. Besonders tricky: Wenige Meter hinter dem Grünrand und rechts vom Loch ist Out of Bounds.

C-Kurs
Offen, kürzer und ganz anders als A und B. Aufgrund der Neue des Platzes meistens auch die schnelleren und besseren Grüns. Der Weg zum ersten Tee ist länger und auch zwischen den Teeboxen müssen ein paar Schritte zurückgelegt werden. A, B und C Kurs bilden in wechselnden Kombinationen einen 18 Loch Platz.

Killerloch
C8, von Gelb 502 Meter: Rechts lauern Biotope und später Waste Bunker. Das Grün liegt auf einer Anhöhe. Einer der Grünbunker wurde im Nachhinein wieder entfernt, um das Loch zu entschärfen.
www.treudelberg.com




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