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Alberto Golf

Cooler Runnings

Von Rüdiger Meyer, Fotos: Marvin Sedelies

Wenn es um die passende Kleidung für den Golfplatz geht, hat Alberto die Hosen an. Mit der FX4 Dry Cooler wollen die Mönchengladbacher jetzt ihre Meisterleistung abgeliefert haben. Wir haben sie von Knopf bis Fuß getestet.

Meine Ansprüche an Golfhosen sind simpel. Sie müssen vernünftig sitzen, Hitze oder Kälte, so gut es geht, vom Körper fernhalten und dafür sorgen, dass ich nicht gleich beim ersten Regentropfen panisch nach der Regenhose greifen muss. Alles darüber hinaus ist lediglich ein Nice-to-have. Entsprechend unempfänglich bin ich für Werbebotschaften. Als Alberto uns im vergangenen Herbst ihre FX4 Dry Cooler mit Worten wie "Schmutz abweisend", "formstabil", "atmungsaktiv", "UPF50+ UV-Schutz" und "schnell trocknend" anpries, war meine einzige Frage: "Aber kann sie auch einfach Hose?" Statt die freche Frage krumm zu nehmen, reagierten die Mönchengladbacher wie Barney Stinson, sagten: "Challenge accepted", und steckten uns eine ihrer Flagship-Hosen in die Post.

Der erste Eindruck ist für jemanden, der bevorzugt Stoffhosen trägt, zuerst einmal ungewohnt. Die FX4 besteht laut Etikett zu 90 Prozent aus Nylon und zu 10 Prozent aus Elasthan, was sie sehr dehnbar macht und mich im Nachhinein wünschen lässt, dass ich sie lieber in der ebenfalls verfügbaren Slim-Fit-Variante hätte. Doch die Inhaltsangabe ist nur die halbe Wahrheit. Die Stoffe werden als sogenannte Multifilament-Garne eingesetzt, wodurch weniger Material für die gleiche Leistung notwendig ist und die zusätzlichen Funktionen erst möglich werden. Dies merkt man bereits daran, dass die Hose sehr dünn und leicht ist. So leicht, dass ich an unserem Testtag ernsthaft darüber nachdenke, ob ich Skiwäsche unterziehe, schließlich zeigt das Thermometer gerade mal 6 °C. Doch getreu dem alten Sprichwort "Punk oder Memme?" entscheide ich mich dagegen - auch um ein realistisches Bild zu bekommen.

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DIE FX4 SCHEINT DIE KLIMAANLAGE UNTER DEN HOSEN ZU SEIN: MAXIMALE WÄRME MIT MINIMALEM AUFWAND AN KALTEN TAGEN, EFFEKTIVE KÜHLUNG IM SOMMER.
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Die erste positive Überraschung folgt am ersten Tee, denn die Sorge war umsonst - die Gänsehaut bleibt aus, stattdessen fühlt es sich an den Beinen sogar wärmer an als am Oberkörper, an dem ich drei Lagen trage. Zugegeben, es ist windstill und die Sonne scheint, aber die FX4 Dry Cooler scheint die Klimaanlage unter den Hosen zu sein: maximale Wärme mit minimalem Aufwand an kalten Tagen, effektive Kühlung im Sommer. Die Leichtigkeit hat einen weiteren Nebeneffekt. Während der Runde trägt man weniger Last mit sich. Ob das konditionelle Vorteile bringt, können Sportmediziner besser beurteilen, jedenfalls fühlt es sich gut an. Was dagegen nur eingeschränkt funktioniert, sind die Funktionstaschen: Vorne rechts gibt es drei schmale Taschen für Tees und daneben eine kleine für einen Ballmarker. Da ich keinen klassischen Marker habe, kann ich diese Tasche nicht nutzen. Die für die Tees funktionieren wie gewünscht, aufgrund eines GPS-Geräts muss ich aber regelmäßig in die Seitentasche greifen, wobei ich die Tees öfter mit herausziehe. Am Ende stecke ich sie doch lieber in die Gesäßtaschen, aber das ist ein Einzelschicksal.

Mein größtes Problem ist ein anderes: Wie teste ich aus, ob eine Golfhose wirklich Wasser und Schmutz abweisend ist, wenn am Himmel keine graue Wolke zu entdecken ist? "Ich kann dich gerne mit meinem Wasser überschütten", frotzelt mein Spielpartner und schiebt mit sichtbarer teuflischer Freude hinterher: "Du könntest natürlich auch in einen der Teiche springen." Meine genervte Replik, dass ich offensichtlich kein Neopren trage, sondern eine Funktionshose, ist kaum ausgesprochen, als ich eine Idee habe. Wenn der Golfer nicht in den Teich steigen will, muss der Teich eben zum Golfer kommen, indem ich aus dem Wasser schlage.

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Gesagt, getan. Während ich den Ball positioniere und meinen Stand einnehme, steht mein Kollege mit breitem Grinsen, gezückter Kamera und auslösefreudigem Zeigefinger auf der anderen Seite, um ja nichts zu verpassen. Ich visiere den Ball an, ziehe das Wedge zurück, schwinge durch - und sehe nichts mehr. Eine riesige Welle schießt mir ins Gesicht, während der Ball gerade mal einen Meter weit fliegt. Das Lachen von der anderen Seite des Teichs schallt über den ganzen Platz gefolgt von einem "Ups! Ich habe den Autofokus deaktiviert; du musst noch mal schlagen".

Also alles zurück auf Anfang. Der zweite Versuch führt zum exakt gleichen Ergebnis - da sage noch mal jemand, mein Schwung sei nicht reproduzierbar. Das Foto ist im Kasten und ich richte den Blick auf die Hose: Nur ein paar Tropfen glitzern darauf im Sonnenlicht und am Bund ist ein wenig Dreck. Angesichts der Menge an Wasser, die ich aufgewirbelt habe, verblüffend. Noch erstaunlicher ist, dass zur Mitte des nachfolgenden Par 5 das Wasser komplett verschwunden ist und der Dreck mit einem Handwischer abgeht, ohne Spuren zu hinterlassen. Offenbar steckt hinter den Buzzwords wirklich Substanz. Und so bleibt nach 18 Löchern ohne Scheuern, Rutschen oder sich selbst öffnende Reißverschlüsse festzustellen: Die FX4 kann definitiv auch Hose.

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