Der erste Eindruck ist für jemanden, der bevorzugt Stoffhosen trägt, zuerst einmal ungewohnt. Die FX4 besteht laut Etikett zu 90 Prozent aus Nylon und zu 10 Prozent aus Elasthan, was sie sehr dehnbar macht und mich im Nachhinein wünschen lässt, dass ich sie lieber in der ebenfalls verfügbaren Slim-Fit-Variante hätte. Doch die Inhaltsangabe ist nur die halbe Wahrheit. Die Stoffe werden als sogenannte Multifilament-Garne eingesetzt, wodurch weniger Material für die gleiche Leistung notwendig ist und die zusätzlichen Funktionen erst möglich werden. Dies merkt man bereits daran, dass die Hose sehr dünn und leicht ist. So leicht, dass ich an unserem Testtag ernsthaft darüber nachdenke, ob ich Skiwäsche unterziehe, schließlich zeigt das Thermometer gerade mal 6 °C. Doch getreu dem alten Sprichwort "Punk oder Memme?" entscheide ich mich dagegen - auch um ein realistisches Bild zu bekommen.


»DIE FX4 SCHEINT DIE KLIMAANLAGE UNTER DEN HOSEN ZU SEIN: MAXIMALE WÄRME MIT MINIMALEM AUFWAND AN KALTEN TAGEN, EFFEKTIVE KÜHLUNG IM SOMMER.«
Mein größtes Problem ist ein anderes: Wie teste ich aus, ob eine Golfhose wirklich Wasser und Schmutz abweisend ist, wenn am Himmel keine graue Wolke zu entdecken ist? "Ich kann dich gerne mit meinem Wasser überschütten", frotzelt mein Spielpartner und schiebt mit sichtbarer teuflischer Freude hinterher: "Du könntest natürlich auch in einen der Teiche springen." Meine genervte Replik, dass ich offensichtlich kein Neopren trage, sondern eine Funktionshose, ist kaum ausgesprochen, als ich eine Idee habe. Wenn der Golfer nicht in den Teich steigen will, muss der Teich eben zum Golfer kommen, indem ich aus dem Wasser schlage.


Also alles zurück auf Anfang. Der zweite Versuch führt zum exakt gleichen Ergebnis - da sage noch mal jemand, mein Schwung sei nicht reproduzierbar. Das Foto ist im Kasten und ich richte den Blick auf die Hose: Nur ein paar Tropfen glitzern darauf im Sonnenlicht und am Bund ist ein wenig Dreck. Angesichts der Menge an Wasser, die ich aufgewirbelt habe, verblüffend. Noch erstaunlicher ist, dass zur Mitte des nachfolgenden Par 5 das Wasser komplett verschwunden ist und der Dreck mit einem Handwischer abgeht, ohne Spuren zu hinterlassen. Offenbar steckt hinter den Buzzwords wirklich Substanz. Und so bleibt nach 18 Löchern ohne Scheuern, Rutschen oder sich selbst öffnende Reißverschlüsse festzustellen: Die FX4 kann definitiv auch Hose.



