Nach LIV-Trennung Jon Rahm verzichtet auf Millionen
15.10.2026 | Von Johannes Oberlin, Foto(s): IMAGO / ColorsportJon Rahms Abschied von LIV Golf ist so gut wie durch. Der Spanier und die finanziell angeschlagene Tour haben sich auf eine vorzeitige Auflösung seines Vertrags geeinigt. Dafür verzichtet Rahm auf sämtliche noch offenen finanziellen Ansprüche. Diese sollen sich für die verbleibende Vertragslaufzeit auf mehr als 100 Millionen Dollar belaufen haben.
Aus den beim Insolvenzgericht eingereichten Unterlagen geht hervor,dass der 31-Jährige sämtliche finanziellen Ansprüche gegenüber LIV Golf fallen lässt. Dafür erhält er die exklusiven Rechte an seinem Namen, seinem Bild und seiner persönlichen Vermarktung zurück. Auch alle weiteren sportlichen Verpflichtungen aus dem Vertrag entfallen. Das Insolvenzgericht in New Jersey muss der Vereinbarung am 5. November allerdings erst noch zustimmen.
Als LIV Golf Anfang September den sogenannten "Gläubigerschutz nach Chapter 11" beantragte, wurde der Spanier mit offenen Forderungen von 7,5 Millionen Dollar als größter ungesicherter Gläubiger aufgeführt. Der tatsächlich noch ausstehende Betrag dürfte aber deutlich höher gewesen sein. Sein Ende 2023 abgeschlossener Vertrag soll ein Gesamtvolumen von mehr als 300 Millionen Dollar gehabt haben -für die verbleibende Laufzeit standen Schätzungen zufolge noch über 100 Millionen Dollar aus.
Dreimaliger Saisonsieger Rahm
Während seiner drei Jahre bei LIV verdiente Rahm allein durch Preis- und Bonusgelder knapp 107 Millionen Dollar. Auch sportlich war seine Bilanz kaum zu toppen: Zwischen 2024 und 2026 gewann er dreimal in Folge die Saisonwertung.
Seine Anteile am Team Legion XIII, so sein Team-Name bei LIV, gibt Rahm im Zuge der Trennung vollständig ab. Die Rechte an seinem Spitznamen "Rahmbo" und weitere persönliche Markenrechte erhält er indes zurück. LIV darf vorhandenes Bild- und Videomaterial aus seiner Zeit in der Liga weiterhin verwenden. Den Namen Legion XIII kann Rahm nicht für ein Team in einer anderen Liga übernehmen.
Dass er beim geplanten Neustart unter dem Arbeitstitel "LIV Golf 2.0" nicht mehr dabei sein würde, hatte sich bereits Anfang Oktober abgezeichnet. Rahms Anwalt erklärte damals vor Gericht, sein Mandant habe die neuen Bedingungen geprüft und für nicht akzeptabel befunden.
Rückkehr auf PGA Tour unklar
Seinen nächsten Start plant der Longhitter bei der Abu Dhabi Championship vom 5. bis 8. November auf der DP World Tour. Ob und wann der Familienvater - er und seine Frau Kelley Cahill erwarten die Geburt ihres 4. Kindes noch in diesem Monat - auf die PGA Tour zurückkehren kann, ist noch unklar. Tour-Chef Brian Rolapp hat bislang ausgeschlossen, das zeitlich begrenzte Rückkehrprogramm für ehemalige LIV-Spieler noch einmal zu öffnen. Brooks Koepka hatte diese Möglichkeit genutzt. Rahm, Bryson DeChambeau und Cameron Smith entschieden sich damals dagegen.
Für LIV Golf bleibt die Lage derweil offen. Die Spieler haben bis zum 25. Oktober Zeit, sich für oder gegen das neue Modell zu entscheiden. Bis Ende des Monats soll feststehen, ob LIV Golf 2.0 tatsächlich kommt oder ob die Tour ihren Betrieb einstellt.












